Freitag, 19 März 2021 20:00

Google dreht personalisierte Werbung ab

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Google dreht personalisierte Werbung ab © Uladzik Kryhin / Shutterstock.com

Jetzt ist es offiziell: Google stellt ab dem kommenden Jahr individualisiertes Tracking bei der Werbung ein. Es sollen also keine Anzeigen mehr ausgespielt werden, die auf dem Surfverhalten der Nutzer basieren. Auch auf etwaige Alternativen will man nicht zurückgreifen, verspricht das Unternehmen.

Zum Schutz der Privatsphäre

So erklärte Google-Manager David Temkin: „Um das Internet offen und zugänglich für alle zu halten, müssen wir alle mehr für den Schutz der Privatsphäre tun – und das bedeutet nicht nur ein Ende der Cookies von Drittanbietern, sondern auch jeglicher Technologie, die dazu verwendet wird, einzelne Personen zu verfolgen, während sie im Internet surfen.“

Ist das wirklich das Ende?

Wird Google jetzt also ganz darauf verzichten, individuell abgestimmte Werbung an den Mann bzw. die Frau zu bringen? Definitely not. Schließlich hat der Suchmaschinenriese vergangenes Jahr rund 146,92 Milliarden US-Dollar allein mit Werbung umgesetzt. Der Werbeumsatz von Google ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und hat im Jahr 2018 erstmals die Grenze von 100 Milliarden US-Dollar überschritten.

Werbeumsätze von Google in den Jahren 2001 bis 2020

Was bedeutet das für Werbetreibende?

Ab 2020 kann man seine Werbung zwar nicht mehr an einzelne Nutzer richten, dafür aber an große Gruppen anonymer Nutzer. Dazu führt Google mittels FLoC Federated Learning of Cohorts“ Nutzer, die quasi ähnlich ticken – also sich beispielsweise für die gleiche Sportart interessieren – in Clustern zusammen. Ab dem zweiten Quartal 2021 will Google ersten Werbetreibenden FLoC-basierte Kohorten innerhalb von Google Ads zugänglich machen.

Fazit: Es ist auch weiterhin möglich, Werbung an den Kunden zu bringen. Ob dies so treffsicher passiert, wird sich herausstellen. Deshalb sollten Werbetreibende umdenken und sich gegebenfalls andere Techniken für personalisierte Werbung überlegen.

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