Montag, 05 Juli 2021 08:00

„Post Corona-Consumer“: Neue Werte zählen

„Post Corona-Consumer“: Neue Werte zählen © Shutterstock

Durch die Pandemie hat sich das Konsumverhalten hierzulande verändert. Österreicher kaufen bewusster, nachhaltiger und regionaler. Auch auf Qualität wird mehr Wert gelegt – und zwar unabhängig von Marken. Der Corona-Kunde ist aber auch zum Onlineshopper geworden, und der Post-Corona-Kunde wird es bleiben. Ein umfassender Marketingansatz ist das A und O. Das und viele weitere spannende Ergebnisse liefert die aktuelle Studie „Post Corona-Consumer“ von TQS Research & Consulting und dem Marketing Circle Austria.

Wertewandel

Die Mehrheit der über 1.000 Studienteilnehmer, ist davon überzeugt, dass die Pandemie zu einem Wertewandel der Gesellschaft führen kann. Als bedeutende Aspekte für die zukünftige Gesellschaft sehen die Befragten die Werte Gesundheit (90 Prozent), Familie (88%), Digitalisierung (86 Prozent), Nachhaltigkeit (76 Prozent) und Klimaschutz (75 Prozent).

Hohe Ansprüche

Im Konsumverhalten zeigt sich, dass die Österreicher zunehmend kritischer werden. Barbara Rauchwarter und Alexander Oswald, Präsident*in der Österreichischen Marketinggesellschaft, fassen zusammen: „Die Post-Corona-Kunden legen Wert auf hyperlocal, kaufen dennoch häufig international, weinen über geschlossene Läden und strafen ab, wenn es kein adäquates digitales Shopping-Angebot gibt. Sie erwarten Haltung und Meinung von Marken und wechseln blitzschnell, wenn sich diese als ‚Fake‘ entpuppen. Für Marken heißt das, jetzt wirklich einen 360-Grad-Service anzubieten, analog und digital, hohe Qualität zu offerieren und einen authentischen Purpose zu zeigen. Die Kundschaft nach Corona hat die Latte hoch gelegt. Hoch springen heißt daher die Devise.“

Werte vor Marke

Weniger als die Hälfte der Befragten legen bei der Kaufentscheidung Wert auf ein Markenprodukt eines bekannten Herstellers. Für 83 Prozent sind Markenprodukte mittlerweile keine Garantie mehr für besondere Qualität, 82 Prozent verzichten bei vergleichbaren günstigeren Alternativen auf das Markenprodukt. Wichtig ist den Österreichern hingegen die Möglichkeit zum Recycling (83 Prozent), dicht gefolgt von Regionalität (82 Prozent) und Nachhaltigkeit (80 Prozent), sowie ökologische Überlegungen (76 Prozent).

Online-Sein oder Nicht-Sein

… diese Frage beziehungsweise Wahl stellt sich für den Handel nicht mehr. Der Online-Handel ist seit der Krise stark gewachsen. 90 Prozent der Befragten kaufen seit Beginn der Pandemie gleich viel bis viel mehr online ein als zuvor. 43 Prozent kaufen nun andere beziehungsweise weitere Produkte online, die sie davor nur im stationären Handel gekauft haben. Am häufigsten werden dabei Produkte wie Bekleidung (20 Prozent), Schuhe und Handtaschen (14 Prozent), Produkte für Küche und Haushalt (14 Prozent), Elektronik (13 Prozent (sowie Drogerieprodukte (13 Prozent) genannt. Nur drei Prozent der Österreicher verzichten generell auf Online-Einkäufe.

Shopping als Erlebnis

Heute macht das Einkaufen im Geschäft bereits für die Hälfte der Österreicher weniger Spaß als vor der Pandemie. Nur fünf Prozent der Befragten waren seit dem Lockdown wieder im stationären Handel einkaufen. „Der Corona-Kunde ist zum Onlineshopper geworden, der Post-Corona-Kunde wird es bleiben! Die einzige Möglichkeit, abseits aller Onlinebereiche die Kunden zu erreichen, ist ein umfassender Marketingansatz. Wer das nicht am Radar hat wird im Nachteil sein“, sagt Andreas Ladich, Präsident des Marketing Club Österreich. Somit müssen kanalübergreifende Handlungs- und Interaktionsmöglichkeiten geschaffen werden, um eine stärkere Verbindung mit den Konsumenten herzustellen und nahtlose Kauferlebnisse zu schaffen. Denn für 42 Prozent der Befragten ist Shoppen nur denkbar, wenn der Handel ein Erlebnis bietet.

Bei der Studie wurden mehr als 1.000 Österreicher im Alter von 18 bis 65 Jahren (repräsentativ, internetaffin) befragt. Erhebungszeitraum: Juni 2021.

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