Montag, 10 Mai 2021 09:30

Rechtssichere Bildnutzung – Teil 3: Recht am eigenen Bild

Rechtssichere Bildnutzung – Teil 3: Recht am eigenen Bild © Shutterstock

In den letzten beiden Beiträgen dieser dreiteiligen Serie hat Dr. Gernot Sattlegger zu verbreiteten urheberrechtlichen Problemen und Rechtsirrtümern sowie zu den sogenannten Bilddatenbanken Stellung genommen. Ein nahezu ebenso häufiges, aber etwas anders gelagertes Thema ist das „Recht am eigenen Bild“. Der Rechtsanwalt klärt auf:

„Auch in diesem Bereich gibt es einige Mythen, die sich beharrlich halten. Zunächst ist es so, dass die bloße Aufnahme und Veröffentlichung eines Lichtbildes, auf dem eine Person abgebildet ist, nicht unbedingt eine Rechtsverletzung darstellt. Maßgeblich ist § 78 Urheberrechtsgesetz samt der dazu ergangenen Rechtsprechung. Nach dem Gesetz ist eine Lichtbildveröffentlichung dann unzulässig, wenn ‚berechtigte Interessen des Abgebildeten verletzt werden‘.

Lichtbildveröffentlichungen, bei denen eine Person bloßgestellt, ihr Privatleben preisgegeben wird, die Intimsphäre betroffen oder damit ein Werbewert verbunden ist, sind (natürlich) in aller Regel rechtswidrig und führen zu Unterlassungs-, Löschungs- und Schadenersatzansprüchen. Wenn aber eine Person nur ‚zufällig‘ am Lichtbild zu sehen ist, handelt es sich demgegenüber häufig um keinen Eingriff in Persönlichkeitsrechte. In ganz speziellen Einzelfällen hat der Oberste Gerichtshof allerdings auch schon entschieden, dass schon die bloße Aufnahme eines Lichtbildes in Rechte eingreifen kann. Auf der ‚sicheren Seite‘ ist man dann, wenn Zustimmungen der (erkennbaren) Personen eingeholt oder diese unkenntlich gemacht werden.“

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Rechtsanwalt Dr. Gernot Sattlegger, Partner bei der Anwaltssocietät Sattlegger Dorninger Steiner & Partner OG (kurz: SDSP). © FACTORY punkt Werbeagentur

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